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Erler Wind

sepp (admin) @, Sonntag, 21. September 2008, 17:42 @ Meister K.

Hallo Dirk,

Bei Föhnlagen bläst der Erler Wind oft gar nicht, oft ist es auch so, dass der Wind in Nussdorf relativ stark ist und doch den ganzen Tag nicht nach Pösling durchdrückt. Hast Du eine Erklärung dafür?

Damit der Erler Wind weht, muss sich im Tiroler Inntal eine dicke (1-2km?) Kaltluft-Schicht ansammeln. Ich kann mir vorstellen, dass der Föhn die Kaltluft oft bis auf einige hundert Meter über Grund wegbläst, sodass die Kaltluftschicht nicht mehr genügend dick für den Erler Wind ist. Aber das müsste man genauer untersuchen.
Wenn die bodennahe Luft hier im Rosenheimer Becken viel kälter ist als die "Erler-Wind-Luft", dann kann es sein, dass der Erler Wind vom Boden schnell wieder angehoben wird und dann wenige Hundert Meter über Boden, oberhalb der schweren Kaltluft, weiterweht.

Auch außerhalb von Föhnlagen habe ich manchmal den Eindruck, dass der Erler Wind nicht bis nach Pösling durchweht, auch wenn es im Laufe des Vormittags doch im Regelfall so ist, dass zumindest für eine halbe Stunde in Pösling guter Südwind ist. Hast Du eine Vorstellung, woran es liegen könnte, dass der Erler Wind manchmal erst verspätet in Pösling ankommt?

Das könnte mit dem vorher geschriebenen zusammenhängen: In der Nacht bildet sich am Boden eine Kaltluftschicht, die dafür sorgen kann, dass der Erler Wind vom Boden abhebt und oberhalb der Kaltluft weht. Am Vormittag wird dann die Kaltluftschicht von der Sonne erwärmt. Ab einer bestimmten Temperatur ist sie dann nicht mehr in der Lage, den Erler Wind anzuheben, der Wind weht dann auch in Pösling bis zum Boden. Irgendwann vor Mittag kommt der Erler Wind - zumindest im Sommerhalbjahr - sowieso zum Erliegen, was dazu führen kann, dass er hier nur für sehr kurze Zeit zu beobachten ist.

Siehst Du irgendeinen Zusammenhang zwischen Windstärke Erler Wind und den Anzeigen der Messtation in Kufstein, ich meine, kann man aus der Windstärke in Kufstein auf die Windstärke des Erler Windes schließen?

Ich glaub nicht.

Im Übrigen kann ich nur bestätigen, was Du hinsichtlich der Strömungseffekte des Erler Windes geschrieben hast. Der Wind ist legt tatsächlich auf der Höhe von Nussdorf extrem stark zu, offensichtlich, weil die Luftmassen wasserfallartig nach unten stürzen und dann in nur geringer Höhe aus dem Tal strömen. Das lässt sich oft daran erkennen, dass es auf der Höhe von Nussdorf mit bis zu 7 Windstärken bläst und wenige ! hundert Meter flussaufwärts nur 3 Windstärken fächeln.

Danke für deine Schilderungen.
Eigentlich müsste man noch zwischen Nussdorf und Brannenburg eine Station aufstellen. Ein systematischer Vergleich zwischen dort und Pösling wäre sicher sehr interessant.

Viele Grüße und eine schöne Woche,
Sepp

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